Ausgerechnet in dieser Stadt kommt sie durch die Tür, die, die ich fürchte, wo immer ich bin, und endlich ist sie gekommen und endlich ist in Johnnys Blick das Funkeln, das Funkeln, unseres ersten Momentes in der Küche in Hamburg, aber ich, ich habe meiner Haare unter dieser unschönen Truckermütze, ich habe keine Schminke im Gesicht und irgendein Trikot an, das mir dir Brust flachdrückt und nur die Winzigkeit meiner Bikerstiefel ist Zeichen dessen, dass ich nicht länger frei bin. Sie hat hellblonde Locken, hellblaue Riesenaugen und ist ein bisschen schüchtern und will zu Johnny, sie fragt die anderen und da er funkelt darf sie zu ihm und sie sagt hallo und wird rot und sagt etwas Schlaues über das Album und irgendjemand ruft: „Hey mach mal nen Foto!“ und eine Stimme, die wie die eines Kindes klingt sagt „fick dich doch“, die Stimme kommt aus meiner eingeschnürten Brust. Ich renne nach draußen und es regnet, regnet endlich und mit dem Finger zeichne ich den Regen auf meinem Gesicht nach. Wie soll ich denn Leben, wie soll denn überhaupt ein Mensch leben, wenn doch alles immer nur wieder zerfällt, wie leben denn die verdammten anderen und eine Familie würde es irgendwann nicht besser machen, dann sitz ich doch bloß da und sterbe aus Angst, dass meinen Kindern etwas geschehen könnte, das meinem Mann etwas geschieht und ich habe mein Leben aufgegeben für eine Liebe die gespiegelt in der Oberfläche eines dunklen Nachtsees im Herbst doch nur Angst heißt.
Lucy, Lucy, Lucy höre ich es rufen, in unterschiedlichen Stimmlagen und Tönhöhen und Lautstärken und ich wünschte ich hätte mein enges 90er Jahre-Retro-Samtkleid an und meine Haare wären gewaschen und stöben im Regenkondenswasser zu meinen wilden Locken ich wünschte jemanden ansehen zu können mit meinen aufgerissenen Augen von dem passenden Medikamenten, nicht das diese meine Augen aufgerissen machen, sie macht mich nur sie in ihrem wahren Sein wahrnehmen und das Medikament kann Adrenalin sein oder Liebe oder Musik. Aber vor mir ist nur Regen und ein Bühneneingang und ein paar rauchende Kinder und eine rauchender Angestellter, der mit ihnen redet und sie dann wegschickt. Ich ziehe mir die Mütze ins Gesicht und hoffe Johnny nimmt sie nicht mit in den Bus, weil sie grau aussehen wird am nächsten Morgen und matte Augen haben wird, und vielleicht verliebt er sich, aber das ist eben eine Tour und auch wenn es nur Bielefeld ist, sie verlieben sich doch nur für zwei Tage oder wie lange es eben dauert, dass sie noch mal vorbeikommen und ich bin so müde denke ich mir ist kalt und heute brauche ich meinen Schlaf. Van Morrisson, „Astral weeks“, „Like a ballerina“, und in den verräterischen, für einen großen dürren jungen Mann der mitreist, viel zu winzige Bikerstiefeln, gehe ich hinein. John strahlt und sie reflektiert seinen Schein. Ich machte artig meine Fotos, so als machte ich Bilder von Architektur und es dauert nicht lange, dann spüre ich nichts mehr, ich mache meine Arbeit, und der schmutzige Lederjackenärmel gehört mir nicht länger, und vielleicht spielt er ihr gleich „she’s in fashion“ vor, weil das Johnnys Masche ist, Suede Lieder zu spielen, oder seine Angewohnheit, wenn er einem Mädchen gefallen will. So wie ich manchmal hinter meinen angezogen Knie sitze und groß unter den Haaren hervorsehe, ein anderer die Haare zurückstreicht oder ausatmet oder wie sich eine Nackenlinie biegt, ein Schauer, mehr nicht, nur ein Windhauch. Nachts später im Bus, als alle anderen irgendwo sind und trinken und nur der Busfahrer und ich dort sitzen, haben wir versucht zu zweit zu pokern, aber mein Talent ist bekannt und Thomas steht nach 2 Runden auf und sagt in breitem Ruhrpottdialekt: „Mädel, ich bin doch nich bekloppt“. Er kommt aus Dortmund oder einer dieser Städte, und ich habe seltsamerweise keine Angst mit ihm allein zu sein, ich kritzele in mein Skizzenbuch und schreibe mit der Hand einen Brief an Austin, den schon 5 Minuten später nicht einmal ich selbst mehr entziffern kann, und zum ersten Mal seit ich danach gesucht habe, finde ich ein Foto von mir auf einem Blog aus LA. Irgendeine semiprominente selbsternannte Pseudomodel Bloggerikone fragt wo „our girl“ bliebe, weil es für den Sekundenbruchteil cool war meinen Namen zu kennen, ich habe diese Person noch nie gesehen und nie gesprochen, aber die Hölle hat ein Bild von mir hinauf in diese Welt gestoßen und da schwimmt es umher, ich als Bambi, in Alice Sachen unter Deidra’s Drogen und mit dem Effekt von Karens Spritzen im Gesicht. Und das Bild tröstet mich wie eine müde Droge auf eine so ungesunde Weise, dass ich in Gedanken vor die Audience meiner fremden Leidensgenossen trete und ich sage “Hallo, ich bin Lucy, ich bin gerade wieder rückfällig geworden." Sie brüllen „Hallo Lucy!“ bevor ich meinen Satz zu Ende sprechen kann, und trotzdem, gerade deswegen, speichere ich das Foto aus dem Blog auf dem Desktop, auf meinem Telefon, wie zum Beweis, wie Edie in der Klapsmühle die mit vergilbten Zeitungsausschnitten in einem Scrapbook umherlief, um den anderen zu zeigen wer sie einst gewesen war. Sie hat nicht mal mehr gemerkt, dass sie aussah wie ein kleines Reh und alles hätte mit einem Fingerschnippen zurückhaben können. Sie hatte sich einfach aus ihrem eigenen Kopf und ihren eigenen Möglichkeiten ausgesperrt. Ich schlafe angezogen ein und ich frage mich noch eine Sekunde, bevor mir die Augen zufallen wie lange man sich wohl nicht waschen muss, bis man sich selbst nicht mehr riecht wenn man stinkt. Mein Kopf fällt auf die spiegelglatte Telefonoberfläche. Aber das Licht ist aus und keine Bilder sind mehr sichtbar sondern mehr bei mir.
Lucy, Lucy, Lucy höre ich es rufen, in unterschiedlichen Stimmlagen und Tönhöhen und Lautstärken und ich wünschte ich hätte mein enges 90er Jahre-Retro-Samtkleid an und meine Haare wären gewaschen und stöben im Regenkondenswasser zu meinen wilden Locken ich wünschte jemanden ansehen zu können mit meinen aufgerissenen Augen von dem passenden Medikamenten, nicht das diese meine Augen aufgerissen machen, sie macht mich nur sie in ihrem wahren Sein wahrnehmen und das Medikament kann Adrenalin sein oder Liebe oder Musik. Aber vor mir ist nur Regen und ein Bühneneingang und ein paar rauchende Kinder und eine rauchender Angestellter, der mit ihnen redet und sie dann wegschickt. Ich ziehe mir die Mütze ins Gesicht und hoffe Johnny nimmt sie nicht mit in den Bus, weil sie grau aussehen wird am nächsten Morgen und matte Augen haben wird, und vielleicht verliebt er sich, aber das ist eben eine Tour und auch wenn es nur Bielefeld ist, sie verlieben sich doch nur für zwei Tage oder wie lange es eben dauert, dass sie noch mal vorbeikommen und ich bin so müde denke ich mir ist kalt und heute brauche ich meinen Schlaf. Van Morrisson, „Astral weeks“, „Like a ballerina“, und in den verräterischen, für einen großen dürren jungen Mann der mitreist, viel zu winzige Bikerstiefeln, gehe ich hinein. John strahlt und sie reflektiert seinen Schein. Ich machte artig meine Fotos, so als machte ich Bilder von Architektur und es dauert nicht lange, dann spüre ich nichts mehr, ich mache meine Arbeit, und der schmutzige Lederjackenärmel gehört mir nicht länger, und vielleicht spielt er ihr gleich „she’s in fashion“ vor, weil das Johnnys Masche ist, Suede Lieder zu spielen, oder seine Angewohnheit, wenn er einem Mädchen gefallen will. So wie ich manchmal hinter meinen angezogen Knie sitze und groß unter den Haaren hervorsehe, ein anderer die Haare zurückstreicht oder ausatmet oder wie sich eine Nackenlinie biegt, ein Schauer, mehr nicht, nur ein Windhauch. Nachts später im Bus, als alle anderen irgendwo sind und trinken und nur der Busfahrer und ich dort sitzen, haben wir versucht zu zweit zu pokern, aber mein Talent ist bekannt und Thomas steht nach 2 Runden auf und sagt in breitem Ruhrpottdialekt: „Mädel, ich bin doch nich bekloppt“. Er kommt aus Dortmund oder einer dieser Städte, und ich habe seltsamerweise keine Angst mit ihm allein zu sein, ich kritzele in mein Skizzenbuch und schreibe mit der Hand einen Brief an Austin, den schon 5 Minuten später nicht einmal ich selbst mehr entziffern kann, und zum ersten Mal seit ich danach gesucht habe, finde ich ein Foto von mir auf einem Blog aus LA. Irgendeine semiprominente selbsternannte Pseudomodel Bloggerikone fragt wo „our girl“ bliebe, weil es für den Sekundenbruchteil cool war meinen Namen zu kennen, ich habe diese Person noch nie gesehen und nie gesprochen, aber die Hölle hat ein Bild von mir hinauf in diese Welt gestoßen und da schwimmt es umher, ich als Bambi, in Alice Sachen unter Deidra’s Drogen und mit dem Effekt von Karens Spritzen im Gesicht. Und das Bild tröstet mich wie eine müde Droge auf eine so ungesunde Weise, dass ich in Gedanken vor die Audience meiner fremden Leidensgenossen trete und ich sage “Hallo, ich bin Lucy, ich bin gerade wieder rückfällig geworden." Sie brüllen „Hallo Lucy!“ bevor ich meinen Satz zu Ende sprechen kann, und trotzdem, gerade deswegen, speichere ich das Foto aus dem Blog auf dem Desktop, auf meinem Telefon, wie zum Beweis, wie Edie in der Klapsmühle die mit vergilbten Zeitungsausschnitten in einem Scrapbook umherlief, um den anderen zu zeigen wer sie einst gewesen war. Sie hat nicht mal mehr gemerkt, dass sie aussah wie ein kleines Reh und alles hätte mit einem Fingerschnippen zurückhaben können. Sie hatte sich einfach aus ihrem eigenen Kopf und ihren eigenen Möglichkeiten ausgesperrt. Ich schlafe angezogen ein und ich frage mich noch eine Sekunde, bevor mir die Augen zufallen wie lange man sich wohl nicht waschen muss, bis man sich selbst nicht mehr riecht wenn man stinkt. Mein Kopf fällt auf die spiegelglatte Telefonoberfläche. Aber das Licht ist aus und keine Bilder sind mehr sichtbar sondern mehr bei mir.

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